Barrierefreiheit: Besser für alle

Barrierefreiheit klingt für manche noch nach Pflichtübung. Spoiler: ist es nicht.
Digitale Accessibility macht Produkte besser – und zwar für alle. Und sie beginnt nicht beim Code, sondern beim Mitdenken. Pünktlich zum Europäischen Protesttag am 5. Mai zeigen wir, worauf’s ankommt und wie WienIT Barrierefreiheit systematisch angeht.
Kurz erklärt: Was ist digitale Barrierefreiheit?
Digitale Barrierefreiheit heißt, dass möglichst viele Menschen digitale Inhalte ohne Hürden nutzen können – egal ob mit Screenreader, Tastatursteuerung, eingeschränktem Sehvermögen oder motorischen Einschränkungen. Auch temporäre Einschränkungen – etwa ein gebrochener Arm, blendendes Sonnenlicht oder eine laute Umgebung machen barrierefreie Inhalte plötzlich extrem wertvoll. Und ganz ehrlich: Wer Inhalte klar strukturiert, verständlich formuliert und sauber gestaltet, erreicht automatisch auch Menschen mit wenig Online-Erfahrung, nicht-deutscher Muttersprache oder langsamer Internetverbindung.
Kurz gesagt: Accessibility verbessert das Nutzer*innen-Erlebnis für alle – und ist damit ein starkes Statement für Inklusion, Qualität und zeitgemäße IT.
5 Basics, die einen großen Unterschied machen
Barrierefreiheit beginnt nicht beim Code, sondern im Kopf. Wer von Anfang an inklusiv denkt, spart sich später mühsames Nachrüsten und hebt die Qualität digitaler Produkte spürbar. Hier fünf zentrale Punkte, die du beim Erstellen von Web-Inhalten unbedingt berücksichtigen solltest:
1. Struktur ist King
Überschriften brauchen Ordnung. Eine H1, dann H2, dann H3 – keine wilden Sprünge. Das freut Screenreader genauso wie alle, die Inhalte nur scannen. Saubere Struktur = bessere Orientierung. Punkt.
2. Einfache Sprache: Klarheit schlägt Komplexität
Komplexe Themen dürfen verständlich sein. Kurze Sätze, klare Begriffe, saubere Absätze. Niemand verliert etwas, wenn Texte leichter lesbar werden, im Gegenteil.
3. Klares Design & gute Bedienbarkeit
Gute Kontraste sorgen dafür, dass Inhalte wirklich sichtbar sind – unabhängig von Sehvermögen oder Lichtsituation. Und was klickbar ist, muss auch per Tastatur funktionieren. Saubere Fokusführung und konsistente Bedienung sorgen dafür, dass sich niemand durchs Interface kämpfen muss.
4. Bilder brauchen Worte
Bilder brauchen Alt-Texte. Kurz, präzise und sinnvoll. Auch Dateinamen und Formate zählen: gut aufbereitete Assets sind besser für Performance, Darstellung und Accessibility. Triple Win.
5. Links: Sag, was Sache ist
„Hier klicken“ sagt nix. Linktexte sollten klar beschreiben, was User*innen erwartet – vor allem für Screenreader, die Links oft ohne Kontext vorlesen. Kurze CTAs (Call-to-Action, z.B. ein Button) wie „Mehr lesen“ funktionieren nur, wenn der Zusammenhang eindeutig ist.
Besser gleich Klartext:
Nein: „Hier klicken“
Ja: „Mehr zum Thema barrierefreies WebÖffnet in einem neuen Tab“
Ausblick: Barrierefreies Design als System
Barrierefreiheit wirkt am besten, wenn sie von Anfang an eingebaut wird. Genau deshalb arbeiten wir an einem barrierefreien Designsystem für Web- und App-Anwendungen. Aktuell analysieren wir Anforderungen aus der Entwicklung, vergleichen Designsystem-Ansätze und testen sie anhand konkreter Use Cases und Proof of Concepts. Ziel: ein Alpha Design System, das klare Standards setzt und Accessibility als fixen Qualitätsfaktor verankert.
Langfristig entsteht so ein Design System, das für alle passt: konsistent, inklusiv und einsetzbar in der gesamten Wiener Stadtwerke GruppeÖffnet in einem neuen Tab.
Schon gewusst?
Sowohl das Smart-Meter-WebportalÖffnet in einem neuen Tab der Wiener Netze als auch unsere (diese) Webseite wurden mit dem WACA-Zertifikat in Gold ausgezeichnet. WACAÖffnet in einem neuen Tab (Web Accessibility Certificate Austria) ist das erste und einzige Gütesiegel für digitale Barrierefreiheit in Österreich und basiert auf internationalen Standards wie den WCAG-Richtlinien. Um die höchste Auszeichnung zu erreichen, müssen Websites 56 Kriterien erfüllen – etwa in Bezug auf Farbkontraste, Tastaturbedienbarkeit und Screenreader-Kompatibilität. Österreichweit sind aktuell 15 Projekte mit WACA Gold ausgezeichnet.